G-Force Trainer 2018

Am Samstag den 24. November 2018 machten sich Fritz, Beat, Trix, Andi, Roger, Ludi, Simel und Denise hoch motiviert auf den Weg nach Dallenwil ins G-Force Trainingscenter. Mann und Frau fragten sich, was da wohl auf uns zukommen möge und die Diskussionen um die Frage, ob wir 7G aushalten würden, begannen schon im Auto. Also — here wo go...

Joel instruierte uns kurz über den G-Force-Trainer und Roger wollte es als erster wissen, wie sich 2G anfühlen. Easy seien diese 2G er wolle mehr, war der lapidare Kommentar und man glaubte ihm sofort, dass er voll heiss war auf mehr. Fritz wollte es als nächster wissen und fand es auch ganz witzig durch den Raum zu wirbeln. Wir staunten einmal mehr, wie sportlich dieser Fisi Fritz ist und auch nach einer Belastung von 7G noch mit einem verschmitzten Lächeln und offenbar mit kaum spürbarem Schwindel vom G-Force-Trainer stieg. Er kämpfte gemäss seinen eigenen Schilderungen vielmehr mit dem Sehnerv, der kurzzeitig seinen Geist aufgab und ihm eine Schwarze Sicht bescherte — das Gehör sei jedoch noch voll da gewesen wusste er zu berichten. Von aussen sah es stets viel schneller aus, als es sich selber anfühlte und wir rätselten, wem es wohl ab welchen G-Kräften übel werden würde. Denise rätselte derweil, wie sie sich an diesem Gerät einhängen sollte, da das Ganze doch recht hoch ausschaute. Joel hatte vorgesorgt und einen Schemel bereitgestellt, der auch der kleinsten Pilotin ermöglichte sich locker einzuhängen ;-)

Ab 4G wurde es langsam spannend, weil sich der Körper doch zusehends etwas schwerfälliger bewegte. Bei 4/5G war der gemeinsame Challenge, den Arm noch zum Notschirmgriff zu bewegen — wir waren zum Glück alle noch in der Lage diese lebensrettende Bewegung auszuführen. Immerhin entsprechen 4G einer Sinkgeschwindigkeit von rund 15m/Sek. Ab 4G kommt im Übrigen auch die Pressatmung zum Einsatz. Wir pusteten und pressten wie die Weltmeister und spannten Bauch und Beine so fest an, dass wohl der eine oder andere auch am anderen Tag noch Auswirkungen gespürt hat. Wir machten auch die Erfahrung, dass man(n) oder Frau wirklich bis zum Schluss auf den grünen Punkt schauen sollte… der Magen dankt es ungemein! Beat war auch bei hohen G-Kräften immer noch voll locker drauf. Er machte auch noch bei 6G seine Witze und man staunte, dass er offenbar mit weniger Pressatmung auskam, als wir anderen. Mit Roger zusammen heckten sie den Plan aus, bei 6G das Vogellisi Lied zu singen. Gesagt getan, Roger sang dann auch noch bei 7G aus Leibeskräften und wir stellten mit Verwunderung fest, dass Singen anstelle von Pressatmung scheinbar auch funktioniert.

Andi bemühte sich ebenfalls fleissig, das Blut im Kopf zu behalten und wir konnten von aussen gut beobachten, dass dies nicht immer einfach war… bei 7G wurde sein Kopf dann doch beängstigend gräulich und man hatte wirklich den Eindruck, dass er sich mit Beinen zusammenpressen und Pressatmung aktiv darum bemühen musste, dass sein Hirn weiterhin gut durchblutetet wurde. Er hat allerdings erfolgreich durchgehalten...

Die Frauenquote war wie im Gleitschirmsport üblich, auch hier eher tief, aber Trix hat unserer Spezies alle Ehre erwiesen. Dachte sie zu Beginn, dass sie bei 5G mit Sicherheit aufhören würde, packte sie nach dem Mittagessen der Spass, ihre Grenzen bis ans Äusserste auszuloten und stand den Jungs in nichts nach, wenn es darum ging, die maximalen 7G auszureizen – richtig cool und locker hat sie das gemacht und ihr Kommentar war: ab 6G wird’s eim dütlich weniger Trümmlig Denise war da eher etwas vorsichtiger, aber war dennoch stolz, immerhin eine Steilspirale bis 15m/Sek. erreicht zu haben, ohne dass es ihr schwarz vor den Augen wurde — dies wird sie nun auch im Fliegeralltag motivieren, etwas mehr an den Leinen zu ziehen, denn sie kennt nun die Technik, um das Blut trotz tiefen Druck im Kopf zu behalten.

Ganz konzentriert zeigte sich Ludi, der wie ein Derwisch und mit flatterndem Lightness den G-Kräften trotzte. Gäll Ludi, der Nacken dürfte noch etwas mehr trainiert werden ;-). Man mochte sich nicht ausdenken, was passieren könnte, wenn da irgendetwas nicht festgeschraubt ist, denn je mehr Gewicht sich an diesem Gerät drehte, desto luftiger wurde es als Zuschauer! Der Simel tat sich ab 6G etwas schwerer mit seinem Kreislauf und brauchte einige Zeit, bis er sich zwischen den einzelnen Sequenzen wieder erholte. Nichts desto Trotz scheute er sich nicht, bis 7G seinem Körper alles ab zu verlangen — der Brünig entpuppte sich dann als sehr kurvig und sein Magen quittierte dies mit einem neuerlichen Übelkeitsanfall, der sich dann zum Glück bald wieder verabschiedete. Apropos Therapie von Seekrankheit oder eben Auswirkungen von G-Kräften: Beat hat uns ein Geheimrezept der Segler verraten.

Bier sei das sichere Mittel nach Tagen auf See, um dem Schwanken an Land ein Ende zu bereiten! Wir waren uns einig, dass wohl auch deshalb in der Gleitschirmszene das obligate Landebier einfach dazu gehört. Und genau das taten wir dann auch nach diesem erlebnisreichen Tag im G-Force-Trainer, denn das Bierli im Hangar gehört wohl für die meisten Piloten zu jedem guten Fliegertag dazu, gerade so, wie das Amen in der Kirche. Wir werden dieses Event sicher auch nächstes Jahr wieder organisieren, denn der Spassfaktor war hoch und der Lerneffekt gross. Das G-Force Training wurde von den FFF organisiert und gesponsert. Von den Falken-Teilnehmenden daher an dieser Stelle einen RIESENGROSSEN DANK an Denise fürs Organisieren und an die FFF für die grosszügige Beteiligung an diesem ungemein eindrücklichen Event.